Cybersicherheit 5 min
Hinter den Kulissen mit Marinus: Cybersicherheit
Cyberkriminalität nimmt zu und ist der Albtraum fast jedes Transportunternehmers. Marinus Brink erklärt, wie wir unser TMS vor Cyberangriffen schützen.
Einleitung
‚Rund 250 Lkw konnten nicht mehr von der Stelle‘: die Überschrift einer Nachricht Anfang dieses Jahres. Sie war die Folge eines Cyberangriffs mit Erpressungssoftware. Und wahrscheinlich der größte Albtraum nahezu jedes Transportunternehmers. Cyberkriminalität nimmt zu und von Unternehmen wird immer mehr erwartet, sie zu bekämpfen. Deshalb erklärt Marinus Brink, Mitgründer und technischer Direktor von Filogic, dieses Mal, wie wir unser TMS vor Cyberangriffen schützen. Zeit für ‚Hinter den Kulissen mit Marinus‘!
Welche Arten von Cyberangriffen begegnen Ihnen?
Marinus: ‚Cyberkriminalität gibt es in verschiedenen Formen. Nehmen Sie zum Beispiel Phishing, bei dem Sie eine E-Mail mit gefälschten Informationen erhalten. Letzte Woche habe ich noch eine Million in der Staatslotterie gewonnen. Um diesen Betrag in Empfang zu nehmen, musste ich nur kurz auf einen Link klicken. Zum Glück sah ich sofort, als ich mit der Maus über den Link fuhr, dass es sich um eine unseriöse Adresse handelte. Auch die E-Mail-Adresse des Absenders sah merkwürdig aus. Hätte ich auf den Link geklickt? Dann hätten Cyberkriminelle meine Daten stehlen können. Zum Glück hat Filogic wenig mit Phishing zu tun. Mit Cyberangriffen in Form von DDoS dagegen schon. Diese Abkürzung steht für Distributed Denial of Service und ist ein Versuch, einen Computer, ein Netzwerk oder einen Dienst schwer erreichbar zu machen. Das versuchen Hacker, indem sie Ihnen ununterbrochen von allerlei verschiedenen Standorten aus kleine Nachrichten senden. Mit dem Ziel, dass Ihre Plattform es nicht mehr bewältigt und letztlich überhaupt keinen Besuch mehr annimmt. Eine weitere Cyberkriminalität, die uns regelmäßig begegnet, ist Ransomware. Damit versuchen Hacker, Daten oder Systeme als Geisel zu nehmen, gegen Lösegeld. Das geschah zum Beispiel bei einem großen Transportunternehmen, um das es in der zuvor genannten Schlagzeile geht.‘
Wie schützen Sie das TMS vor Cyberkriminellen?
‚Wir sind ununterbrochen wachsam gegenüber Cyberangriffen. So schützen wir unser TMS vor Ransomware, indem wir auf verschiedenen Softwareebenen Sicherheitsmodule einbauen. Denken Sie dabei zum Beispiel an intelligente Firewalls, die das TMS vor Missbrauch von außen schützen. Und einen DDoS-Angriff sehen wir frühzeitig in unseren Überwachungssystemen vorbeiziehen. Dann versuchen Hacker, in sehr kurzer Zeit Millionen Male eine Verbindung zu unserer Plattform aufzubauen. Da wir sehen, woher der Verkehr kommt, können wir diese Standorte vorübergehend blockieren. Im Grunde bauen wir dann eine Art Tor, um zu verhindern, dass unsere Plattform zum Stillstand kommt. Weitere Wege, auf denen wir Cyberkriminalität bekämpfen, sind das Verschlüsseln von Daten und Systemen und der Einsatz sehr starker Passwörter. Außerdem halten wir die Betriebssysteme, die innerhalb unserer Plattform laufen, automatisch und kontinuierlich aktuell. Wir wenden stets die neuesten Sicherheitsstandards an: jede Nacht führen wir ein Sicherheitsupdate über mehr als hundert Server aus. So garantieren wir Transporteuren, dass unser TMS immer nach den neuesten Sicherheitsanforderungen läuft. Findet dennoch ein erfolgreicher Cyberangriff statt? Dann haben wir immer eine aktuelle Sicherung zur Hand. Und wir sind in der Lage, diese innerhalb absehbarer Zeit bereitzustellen. Mehr noch: Innerhalb von fünfzehn Minuten können wir die gesamte aktive Verwaltung auf einen anderen Server oder Dienstleister übertragen. So können Transporteure immer sorgenfrei arbeiten.‘
Wie sicher ist ein TMS in der Cloud?
‚Wenn Sie mit einem Transport-Management-System in der Cloud arbeiten, sind Ihre Daten sogar besonders gut geschützt. Mit lokal installierter Software sind Sie viel verwundbarer. Klicken Sie in dem Fall nämlich auf einen Link in einer Phishing-Mail? Dann wird Ihr gesamtes Netzwerk infiziert. Mit einem TMS in der Cloud ist das unmöglich. In dem Fall werden nur die lokalen Daten auf Ihrem Gerät verschlüsselt. Sie müssen lediglich über ein anderes Gerät auf unsere Plattform gehen, und dann können Sie trotzdem auf Ihre gesicherten Transportdaten zugreifen. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie als Transporteur prüfen, ob Sie wirklich in einem vollständig cloudbasierten TMS arbeiten.‘
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